Interne Aus- und Fortbildung
unserer Pflegeeltern

Ausbildungsseminar

Im Ausbildungsseminar nehmen jeweils etwa 10 Pflegeelternpaare teil.

Nach unserem umfassenden Bewerbungsverfahren mit mehreren Gesprächen auf der Geschäftsstelle und bei den Bewerber/innen zu Hause, besuchen die ausgewählten Pflegeeltern unsere interne Ausbildung als Vorbereitung für die Aufnahme eines Pflegekindes. Nach der Ausbildung besuchen die Pflegeeltern die Fortbildungen. Ein Teil der Fortbildungen sind vorgegeben, ein Teil wählen die Pflegeeltern selber.

Als Beispiel für unsere Fortbildungen sehen Sie hier einen Überblick über die Veranstaltungen und Reflexionstage im letzten Jahr:

Lachen erheitert, Lachen erweitert

Francesco Muzio, Lachtrainer und Erwachsenenbildner, Bern

Die Idee dieser Veranstaltung war einerseits an sich selber zu erfahren, was Lachen im Körper alles anstellt, welche Wirkung Lachen für die eigene Befindlichkeit hat, was Lachen beim Gegenüber bewirkt und andererseits der Frage nachzugehen, wie sich der Mensch aus entwicklungsgeschichtlicher Sicht das Lachen angeeignet haben könnte, warum Kinder erst ab einem gewissen Alter „witzfähig“ sind, wie Witze funktionieren, warum es sich humorvoll besser erziehen lässt.

Resilienz

Barbara Los-Schneider, Dozentin an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit

Resilienz bedeutet psychische Widerstandsfähigkeit und ist als Konzept in der aktuellen Fachliteratur überall anzutreffen. Die Schwerpunkte des Referats bildeten die Fragen, wie kann Resilienz gefördert werden und welche Möglichkeiten haben Pflegeeltern und begleitende Personen, die Resilienz der ihnen anvertrauten Kinder zu stärken.

Fit4chat – Umgang mit Internet und Handy

Joachim Zahn, Medienpädagoge, im Auftrag der Fachstelle für Suchtprävention DFI, Luzern

Die Pflegeeltern setzten sich mit folgenden Themen auseinander: Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit mit Computer und Internet. Welche Chancen und Risiken stecken in den virtuellen Welten? Welche Anwendungen sind gefährlich? Was soll und darf mein Kind ausprobieren? Wo lauern pädokriminelle Machenschaften? Ab wann ist ein Kind spiel- und computersüchtig? Wie kann ich mein Kind schützen?

Kompetenzorientierte Alltagspädagogik: Wir arbeiten mit gelungenen Momenten

Franziska Beer, dipl. Sozialpädagogin /  Sozialarbeiterin FH und Susanne Schürmann, dipl. Spzialpädagogin

Wie kann ich als Pflegemutter / Pflegevater das Pflegkind unterstützen, damit es seine Fähigkeiten und Stärken besser nutzen und einsetzen kann? Wie reagiere ich auf auffälliges Verhalten wie Lügen, Stehlen und Opposition gegen alles? Wie kann ich mit dem Pflegekind ein schwieriges Thema kinds- und altersgerecht besprechen?

Die Pflegeeltern lernten an diesem Reflexionstag einfach anwendbare Techniken und Instrumente für viele Erziehungssituationen kennen, um das eigene Verhalten, aber auch das Verhalten des Pflegekindes besser reflektieren zu können und übten in kleinen Gruppen verschiedene Instrumente und Techniken der KOFA-Methodik.

Biografiearbeit

Ursula Weibel, Pädagogin lic. phil. und Isabelle Ruf-Umhang, Lehrerin und Pflegemutter

Biografiearbeit ist ein geeignetes Arbeitsinstrument, um das Pflegekind in seiner Identitätsentwicklung zu unterstützen. Zentrale Fragen des Kindes können über kreatives Schreiben, Malen, Werken und in Gesprächen mit vertrauten Betreuungspersonen bearbeitet werden. Der Kurs gab eine Einführung in die Didaktik und Methodik der Biografiearbeit und klärte die Aufgabenteilung zwischen Pflegeeltern und Bereichsleitung.

Gemeinsam draussen unterwegs

Jörg Bieri, Sozialpädagoge und Systemberater, Sigigen

Pflegeeltern, ihre Pflegekinder und eigenen Kinder erlebten die Natur hautnah. Die körperlichen Grundbedürfnisse des Menschen nach Nahrung und Wärme sind lebenswichtig. Wenn kein Kochherd und keine Zentralheizung zur Verfügung stehen, braucht es eine besondere Anstrengung, um diese Grundbedürfnisse befriedigen zu können.

Der erste Teil der Fortbildung war der aktiven Bewältigung folgender Aufgabe gewidmet. Wie können Kinder ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechend einbezogen werden, wenn es darum geht ein Feuer zu entfachen, um damit Wärme zu erzeugen und ein warmes Essen zu kochen?

Einen Monat später, im zweiten Teil der Fortbildung, wurde dem Transfer in den Alltag besondere Beachtung geschenkt und konnten Lernfortschritte gezeigt und gefeiert werden.

Geistige Behinderung - ein Lebenserschwernis für Kinder, Eltern und Pflegeeltern (Fortsetzungstag)

Christine Schmid-Maibach, Heilpädagogin und Supervisorin BSO

Dieser Reflexionstag war vor allem für Pflegeeltern und Bereichsleitungen gedacht, die schon im Jahr 2008 teilgenommen hatten und sich wiederum vertieft mit den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit einer geistigen Behinderung auseinandersetzen wollten.

Dieses Jahr standen folgende Themen im Vordergrund: die ressourcenorientierte Grundhaltung, der Unterschied zwischen individueller Entwicklung und Messen an Normen und die Gesprächsführung mit geistig behinderten Herkunftseltern.

Situationsseminare zum Thema Partizipation der Pflegekinder

In den nach Angebot  getrennten Situationsseminaren, die den Pflegeeltern die Gelegenheit geben, in einer überschaubaren Gruppengrösse mit vertrauten Personen ein Thema vertieft anzuschauen, befassten sich die Pflegeeltern dieses Jahr mit dem Thema Partizipation. Nach einem theoretischen Input ging es darum, Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln, wie die Partizipation der Kinder in der Familie vermehrt und für alle gewinnbringend umgesetzt werden kann.

Fortbildungsabende in den Familiengruppen

Erfahrungsaustausch und Fortbildung sind die Elemente der Fortbildungsabende in den Familiengruppen. Aktuelle Themen können in einer vertrauten Gruppe behandelt werden. Es gab Veranstaltungen zu folgenden Themen: eigene Kinder der Pflegefamilie, Handhabung des Beobachtungsbogens, Kreativität usw.

Praxis- und Erziehungsberatung

Diese Beratungen sind wichtige Bestandteile der Zusammenarbeit von Pflegeeltern und Bereichsleitungen. Sie finden regelmässig entweder auf der Geschäftsstelle oder bei den Pflegeeltern zu Hause statt.

Familientage

Eine Veranstaltungsform mit Tradition, die einen unbeschwerten, spielerischen Kontakt zwischen Pflegeeltern, eigenen Kindern der Pflegefamilien, Pflegekindern und Bereichsleitungen ermöglicht.


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