Unser Heim sind Pflegefamilien

Wir verbinden die Vorteile uns Stärken der Betreuung und Erziehung von Kindern in Familien mit einem heimähnlichen Betriebskonzept.

Wir sind also eine heimähnlich organisierte Institution mit zentraler Leitung und dezentraler Erziehung und Betreuung.

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                            Leitung und regelmässige Praxisberatung der Pflegeeltern

Kindorientiertes Case Management

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts ist das „kindorientierte Case Management“. Diese Aufgabe wird von pädagogischen Leitung wahrgenommen, die für das einzelne Kind zuständig ist. 

Mit dem Begriff kindorientierte Case Management meinen wir, dass die pädagogische Leitung ihr Denken und Handeln auf die wichtigste Zielsetzung unserer Institution ausgerichtet, nämlich das aufgenommene Kind ins Zetrum zu setzen. Die pädagogische Leitung hat den Auftrag, sich bei allen Einschätzungen, Überlegungen und Interventionen von der Frage leiten zu lassen: was hilft dem aufgenommenen Kind? Was braucht dieses Kind? Was ist zum Wohle des Kindes?

In der praktischen Umsetzung geht es dabei um den direkten Kontakt mir dem Kind, die Praxisberatung der Pflegeeltern, die Zusammenarbeit mit den Eltern, vormundschaftlichen Mandatsträger/innen, Schule, Therapeuten/innen etc. Erzieherisch anspruchsvolle Kinder aus belasteten Familiensituationen benötigen professionell begleitete Pflegefamilien. Die Mandatsträger/innen verfügen meistens nicht über die entsprechenden Ressourcen, um diese Aufgaben umfassend wahrzunehmen. Die Pflegeeltern können sich somit auf die Erziehung und den Aufbau der Beziehung zu den aufgenommenen Kindern konzentrieren. Das kindorientierte Case Management ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Erziehung und Betreuung von Pflegekindern und fremdplatzierten Kindern ganz allgemein. Unsere Betriebsstruktur schützt Pflegekinder vor negativen Folgen, die sich ergeben, wenn Pflegeeltern – wie es bei traditionellen Pflegefamilien oft der Fall ist - weitgehend auf sich selbst gestellt sind.

Die Pflegeeltern und die pädagogische Leitung bilden ein Arbeitsteam, ähnlich wie es in einem Kinderheim bei der Zusammenarbeit zwischen der Erziehungsleitung und dem für die einzelne Kindergruppe zuständigen Team der Fall ist. Das kindorientierte Case Management erfolgt im Auftrag und in enger Absprache mit den Mandatsträger/innen.

Die wichtigsten Konzeptpunkte

  • Sozialpädagogische Betreuung und Alltagspädagogik durch angestellte Pflegeeltern
  • Zentrale fachliche und betriebliche Leitung der Pflegefamilien, interne Aufsicht der Pflegeeltern
  • Die fachliche, pädagogishe Leitung ist zuständig für die Zusammenarbeit, regelmässige Zielvereinbarungen und Standortgespräche mit den Eltern der Kinder, den Behördenvertretungen und weiteren Stellen.
  • Die pädagogische Leitung ist zuständig für die Planung und Zusammenarbeit mit Schule, Therapie und weiteren Stellen (z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, Institut für Heilpädagogik)
  • Erziehungsplanung und Praxisberatung der Pflegeeltern
  • Obligatorische interne Aus- und Fortbildung der Pflegeeltern mit Jahresprogramm
  • Erfahrungsaustausch unter den Pflegeeltern
  • Anstellung der Pflegeeltern auf vertraglicher Basis
  • Wir verfügen über eine Fachpersonalquote von mindestens 66%.

Damit werden hohe gegenseitige Verbindlichkeiten und Verpflichtungen geschaffen. Unsere Institution als Ganzes fühlt sich für die Kinder verantwortlich. Die Verantwortung liegt nicht alleine bei den Pflegeeltern.

Beziehungskonstanz und Zugehörigkeitsgefühl

Für die betreuten Kinder ergibt sich im Vergleich zu vielen Heimsituationen eine stabile Beziehungsstruktur. Die Kinder können in unseren Pflegefamilien ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, das emotionale Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Voraussetzungen für eine gesunde soziale, emotionale und kognitive Entwicklung sind tragende Beziehungen. In einer Familie können verbindliche und konstante Beziehungen sowohl zu Erwachsenen wie zu Kindern aufgebaut und erprobt werden. Vertrauensvolle Verbindungen bedeuten eine wichtige Erfahrung für die gesunde Entwicklung von Kindern und sind Voraussetzung für ihre spätere Beziehungsfähigkeit im Erwachsenenalter. In der Pflegefamilie können die Kinder zudem eine Familienerfahrung aufbauen, die für sie eine wichtige Orientierungshilfe im weiteren Leben darstellen kann.

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Zusammenarbeit mit Eltern, Schule, Behörden und Institutionen

Unsere fachliche Grundausrichtung ist die systemorientierte Sozialpädagogik: Wir übernehmen in Absprache mit dem zuständigen Mandatsträger oder der zuständigen Mandatsträgerin die Moderation der Zusammenarbeit unter den Beteiligten. Auch weitere kindzentrierte, fachliche Denk- und Handlungsweisen beziehen wir mit ein (z.B. Verhaltens- und tiefenpsychologische Ansätze, Lösungsorientierung, Bindungstheorien, Biographiearbeit). Nach Bedarf und in Absprache mit den Mandatsträger/innen ziehen wir externe therapeutische Fachleute und Fachinstitutionen bei, z.B. den Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst, das Institut für Heilpädagogik oder Therapeuten und Ärzte in privater Praxis.

Wir legen grossen Wert auf eine genaue Auftragsklärung mit den Eltern und den zuständigen Behörden. Wir kooperieren mit den zuweisenden Stellen und evaluieren regelmässig unsere Zusammenarbeit.

Wir berücksichtigen in unserem Handeln Loyalitäten und gegenseitige Verpflichtungen von Eltern und Kind und setzen alles daran, die Wechselwirkungen zwischen Herkunftsfamilie und uns für eine positive Entwicklung der Kinder nutzbar zu machen. Wir helfen den Eltern der Kinder, ihre soziale und pädagogische Kompetenz zu stärken oder zu aktivieren und aufzubauen. Erste Priorität haben der Schutz und das Wohl der Kinder.

Systemorientierte Sozialpädagogik

Mehr über diese Denk- und Arbeitsweise erfahren Sie im Buch
"Systemorientierte Sozialpädagogik" von René Simmen, Gabriele Buss, Astrid Hassler, Stephan Immoos, 232 Seiten, Verlag Paul Haupt, ISBN 3-258-06472-5.

"Netz" - Fachzeitschrift zum Thema Plfegekind über das Modell der Fachstelle Kinderbetreuung (2005)

Biographiearbeit mit den aufgenommenen Kindern und Jugendlichen

Die Biographiearbeit ist in unsere Arbeitsweise integriert. Sie ist eine Methode, den Kindern und Jugendlichen bei der Rekonstruktion ihrer Vergangenheit zu helfen, die persönliche Geschichte zu ordnen und damit die eigene Identität zu finden. Wir helfen den Kindern dadurch, seelisch zu reifen und sich als ganzheitlicher Mensch zu fühlen. Dieser Prozess erfolgt im Alltag mit den Kindern in enger Zusammenarbeit zwischen fachlicher Leitung und Pflegeeltern möglichst unter Einbezug der Eltern und der Mandatsträger/innen. Unsere Fachleitungen haben entsprechende Weiterbildungen besucht.

Bücher zum Thema Pflegekind und Biografiearbeit


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